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Ratgeber Trockene Scheide

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Trockene Scheide
Entstehung einer trockenen Scheide

Eine trockene Scheide ist nicht nur beim Geschlechtsverkehr ein sehr unangenehmes und belastendes Problem. Es ist zu unterscheiden, ob die Frau ausschließlich beim Intimverkehr unter einer trockenen Scheide leidet, oder ob auch im Alltag Brennen und Juckreiz im Intimbereich auftreten. Häufig lassen sich anhand dieser Eingrenzung bereits mögliche Faktoren ausschließen, die für die Entstehung einer trockenen Scheide verantwortlich sein könnten.

So privat und intim das Thema der trockenen Scheide für viele Frauen auch ist, so wichtig bleibt es trotzdem, über mögliche Ursachen und Einflussfaktoren mit dem behandelnden Gynäkologen zu sprechen, gerade wenn in der Vergangenheit nie eine trockene Scheide aufgetreten ist.

Entstehung einer trockenen Scheide

Leider gibt es bei dem Krankheitsbild der trockenen Scheide nicht den einen auslösenden Einflussfaktor, der für die Entstehung einer trockenen Scheide verantwortlich ist. Es kann jedoch von vornherein unterschieden werden, ob das Problem der trockenen Scheide vorrangig beim Geschlechtsverkehr auftritt, oder ob auch im Alltag körperliche Beschwerden im Vaginalbereich vorliegen.

Im Anamnesegespräch wird der behandelnde Gynäkologe bei seiner Diagnose nach diesen beiden Faktoren für die Entstehung einer trockenen Scheide fragen.

Entstehung einer trockenen Scheide durch psychische Ursachen

Beim Geschlechtsverkehr sind häufig seelische Ursachen der Grund für die Entstehung einer trockenen Scheide. Bei einer intakten und erfüllenden Sexualbeziehung passiert die sogenannte Lubrikation, also das Absondern einer klaren Flüssigkeit der Scheide im erregten Zustand, wie von selbst: Die Frau ist sexuell stimuliert und im Hypothalamus wird die Produktion des Sexualhormons Östrogen angekurbelt. Das Östrogen stimuliert die Drüsen und Zellen im Vaginalbereich, die Durchblutung wird angeregt und der äußere und innere Intimbereich der Frau wird durch ein klares zähflüssiges Sekret befeuchtet. Dementsprechend kann man sagen, dass die erste Voraussetzung für die Entstehung der Lubrikation im Kopf stattfindet. Stress, Ängste und Beziehungsprobleme können den Erregungszustand im Kopf stören, die Ausschüttung der Östrogene verhindern und damit die Ursache für die Entstehung einer trockenen Scheide sein.

Kommt es wiederholt zu dieser Störung der Lubrikation, wird nicht nur der Geschlechtsakt an sich erschwert, sondern die Sexualbeziehung in der Partnerschaft kann leiden: Häufig setzt sich die Frau zusätzlich unter Druck, was wiederum den Erregungszustand im Kopf hemmen und die Entstehung einer trockenen Scheide begünstigen kann. Unwohlsein und Schmerzen beim Sex können nicht nur für die Frau die Folge sein, auch für den Partner wird der Intimverkehr erschwert oder schmerzhaft. Mediziner bezeichnen diesen Zustand als Dyspareunie, von dem sowohl Frauen als auch Männer betroffen sein können.

Entstehung einer trockenen Scheide durch hormonelle Ursachen

Das Sexualhormon Östrogen ist nicht nur bei sexueller Erregung ein entscheidender Botenstoff im weiblichen Körper, sondern ist generell für das Zusammenspiel vieler Mechanismen zuständig. So ist die Vaginalschleimhaut, wie die anderen Schleimhäute des Körpers auch, immer leicht feucht, um mögliche Erreger und Viren vom Inneren des Körpers abzuhalten. Ein bestimmter Anteil an Östrogenen ist dementsprechend stets für das Befeuchten der Vaginalschleimhaut zuständig. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von Transsudation, der Befeuchtung der Scheidenschleimhaut aus den sogenannten Epithelzellen.

Schwankungen im Hormonhaushalt, die zum Beispiel während der Wechseljahre oder auch bei einer Schwangerschaft vorkommen, können als Ursache für die Entstehung einer trockenen Scheide infrage kommen. Manche Frauen sind auch vor oder während ihrer Menstruation von solchen Östrogenschwankungen betroffen, und haben bei der Benutzung von Tampons zusätzlich Schwierigkeiten mit der Entstehung einer trockenen Scheide.

Sabrina Mandel

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Diagnose Trockene Scheide

Viele Frauen kennen sich und ihren Körper so gut, dass sie selbst relativ schnell ergründen können, warum sie von einer trockenen Scheide betroffen sind. Für die eigene Diagnose reicht dann häufig bereits ein Blick in den Kalender, um zu wissen, dass die Menstruation und damit eine Schwankung im Östrogenspiegel bevorsteht. Und auch bei der Entstehung einer trockenen Scheide beim Sexualverkehr wissen die meisten Frauen, warum es nicht so klappt, wie sie es sich vielleicht in dem Moment wünschen – Stress und Alltagssorgen beeinflussen nicht nur den Geist, sondern auch die natürlichen Funktionen des Körpers. Für eine genaue Diagnose, und um mögliche körperliche Ursachen auszuschließen, sollte der behandelnde Gynäkologe zu Rate gezogen werden.

Therapie Trockene Scheide

Viele unterschiedliche Gründe und Auslösefaktoren können zu einer trockenen Scheide führen. Deshalb ist es nach der Diagnose besonders entscheidend, die individuell passenden therapeutischen Maßnahmen zu ergreifen. Einige Frauen wissen selbst am besten, warum sie beim Geschlechtsverkehr unter einer trockenen Scheide leiden. Entspannungsübungen, Gespräche mit dem Partner und befeuchtende Hilfsmittel können in solchen Fällen zur Therapie einer trockenen Scheide hilfreich sein.

Liegen körperliche (z. B. hormonelle) Ursachen vor, so wird der behandelnde Frauenarzt die geeigneten Mittel zur Therapie einer trockenen Scheide verschreiben.

Es ist ein Tabuthema, und doch sind mehr Frauen von der Problematik einer trockenen Scheide betroffen, als man vielleicht denken mag. Die Symptome bei einer trockenen Scheide sind dabei so unterschiedlich wie ihre Ursachen, und sollten mit dem behandelnden Gynäkologen abgeklärt werden. Häufig werden Frauen bei Problemen beim Geschlechtsverkehr darauf aufmerksam, allerdings können auch unangenehmes Ziehen im Unterleib, Juckreiz und Ausfluss auf eine trockene Scheide hindeuten. Hormonschwankungen, die Wechseljahre oder eine Pilzinfektion sind mögliche Auslöser für eine trockene Scheide.